Activism

peoples_park_01Aufgrund der Expansion des Campus kaufte die UC Berkeley in den 1950er Jahren ein Stück Land und liess die existierenden Gebäude 1968 abbrechen. Der unansehnliche Landfleck wurde nun als „wilder“ Parkplatz genutzt. AktivistInnen reklamierten das Land für die Öffentlichkeit. Das wiederum stach der Uni-Leitung in die Nase und sie liess das Grundstück einzäunen. Wie so oft war dies der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte. Der Präsident der Studierendenvereinigung ASUC – Dan Siegel –  rief dazu auf, zum „Park“ zu gehen und diesen zu besetzen. Die Polizei griff ein und lieferte sich eine Schlacht mit den Demonstrierenden. Ein nichtbeteiligter Zuschauer wurde erschossen und über 100 Personen verletzt. Um der Sache Herr zu werden rief der damalige governor Ronald Reagan die National Gard zu Hilfe und verhängte ein Ausgehverbot.

Die Demonstrationen blieben jedoch nicht aus und auch der Versuch, zwischen „counterculture and establishment“ zu vermitteln, scheiterte. Die ganze Angelegenheit kulminierte in einem riesigen Memorial Day March, der mindestens 25’000 Leute anzog. Eine Lösung für den Park wurde nicht gefunden und so wurde er von den AktivistInnen kurzerhand übernommen und als People’s Park bezeichnet.

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Der People’s Park ist bis heute ein sore spot. Er dient vielen homeless people als Nacht- und Tagquartier, zum Ärger der AnwohnerInnen und der City of Berkeley.

Tabling 4

Das tabling hat selbstverständlich eine Geschichte. Die aktuelle Form verdankt es dem Free Speech Movement (FSM) und das kam so: Seit 1930 waren politische Aktivitäten auf dem Campus verboten. Die Studierenden stellten deshalb ihre tables VOR den Toren der university auf. Das war zunächst kein Problem, weil das Sather Gate die Grenze zwischen Campus und öffentlichem Grund war. Als die Universität jedoch bis zur Bancroft Avenue expandierte, wurde es ein Problem, weil kein Platz mehr für das tabling vorhanden war.

trottoirSpitzfindig wurde ein Teil des Trottoirs als öffentlicher Platz deklariert, der sogenannte Hyde Park Corner. Von da an fand das Tabling auf diesem Teil statt. Es wurde jedoch nie geklärt, wem dieser Platz gehört. Uni oder der Stadt Berkeley? Eine Klage des Zeitungsverlegers William Knowland, dass das Tabling auf dem Trottoir illegal sei, brachte 1964 den Stein ins Rollen. Tatsächlich gehörte diese Ecke zur Universität und das Tabling wurde verboten. Studierende verschiedenster Organisationen stellten ihre tables trotzdem vor der Sproul Hall auf.

weinberg_1964Am 1. Oktober 1964 weigerte sich Jack Weinberg, seinen illegal table aufzugeben. Er wurde von der Polizei festgenommen und in einen Polizeiwagen gesetzt. Mehr als 100 Studierende kreisten den Polizeiwagen ein und Weinberg blieb 32 Stunden lang im Auto bis eine Lösung gefunden werden konnte.
mario_savioMario Savio – speaker of the FSM – gelang es die Wogen zu glätten. Er kletterte auf das Dach des Polizeiautos und bat die Demonstrierenden aufzustehen und nach Hause zu gehen. Doch die Universität hob das tabling-Verbot on campus nicht auf, was zu weiteren Protesten der FSM-Aktivistinnen und Aktivisten führte. Zum Lied „You shall overcome“ – gesungen von Joan Baez – drangen mehr als 1000 Studierende am 2. Dezember 1964 in die Sproul Hall ein. Governor Pat Brown ordnete die Räumung der Sproul Hall an und liess die Demonstrierenden ins Santa Rita County Jail abtransportieren. Die nicht festgenommenen FSM-Aktivistinnen und Aktivisten riefen nach dieser Aktion zum Streik auf, dem auch viele ProfessorInnen und teaching assistants folgten. Der akademische Rat gab klein bei und hob die Beschränkungen auf.
Diese und weitere politische Aktionen wurden im TV zu bester Zeit gezeigt und festigten die Reputation Berkeley’s:
wollenberg_berkeley„The city’s reputation as ‚the People’s Republic of Berserkeley‘ derives from this period and probably best expresses the common popular understanding of the experience and heritage of Berkeley in the sixties.“  (Wollenberg 2008, 135)
daapDass „Berserkeley“ weiterhin lebendig ist, zeigt die von students neugegründete „Defend Affirmative Action Party (DAAP)“, die sich als „the voice of the new movement“ bezeichnet.
women_blackAuch der Hyde Park Corner wird rege genutzt, z.B. jeden Freitag von den „Women in Black“

Tabling 3

Tabling nimmt eine neue Dimension an und wird noch lebhafter, denn nun stehen die elections in die Studierenden-Organisation „Associated Students University of California (asuc)“ an. Nähere Informationen zu asuc and elections.
Wie nicht anders erwartet, geht es da munter zu und her. Verschiedenste Studierende stellen sich für ein Amt zur Wahl.

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Ein paar Kostproben an Werbestrategien und Wahlversprechen …

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Tabling 1

tablingTabling ist ein spezifischer Begriff, kennzeichnet jedoch auch eine spezifische Aktion … Ab der ersten Woche des neuen Semesters werben verschiedenste StudentInnen-Gruppen für neue Mitglieder. Dazu werden – im wahrstens Sinn des Wortes – „tables“ entlang der Sproul Plaza – d.h. von Bancrofts Way zum Sather Gate and beyond – aufgestellt. Die Fotoserie zeigt eine kleine Auswahl an „student groups“. Für Interessierte gibt die Website student organizations einen erweiterten Einblick.

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Soviel vorweg, Schrägstrich meint mögliche kombinierte Kombinationen (excuse the pun) – student groups kombinieren ihr Fach mit / ihrer nationalen und/oder ethnischen Herkunft/ ihren religiösen Wurzeln /gender issues/ lgbt /sponsored of … / traditional and non-traditional heritage / pragmatic / prestigious / and believe it or not other combinations ….

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Über allem wacht der UC Berkeley Bear, Geschenk einer Alumni-Vereinigung.
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